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3. PA – Welle

Kategorie: Projekt

Bei der heutigen Pa-Welle brauchte man schon eine gehörige Portion Mut, um diese Einzelaufgabe zu lösen. In der dazu gehörenden Geschichte hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Fallschirmfliegerschule „Hoffnung“ die Aufgabe, sich nach vorbereitenden Übungen waghalsig aus der Luke des Flugzeuges fallen zu lassen. Die Luke entsprach bei unserer Welle einem Kasten, von dem sich alle in die Hände der anderen Teilnehmer fallen ließen.

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Voller Erfolg für Berufsinfomesse

Kategorie: Veranstaltung

Die Ausbildungsmesse „Work for Real“ hat zum zweiten Mal unter dem Motto „Mit Bildung zur Ausbildung“ stattgefunden. Unsere Schüler und Schülerinnen der siebten, achten und neunten Klassen besuchten am 16. März die 24 Stände im Bürgersaal des Rathauses am Markt.

Bereits am Donnerstagabend fand eine Auftaktveranstaltung im Rahmen eines Festaktes statt.  Unsere Schulleiterin Frau Kesselburg begrüßte die geladenen Gäste aus Lehrern, Elternvertretern, Stadträten, Firmenvertreter, sowie die Schulleiter von umliegenden Schulen.„Ich sehe als Schulleiterin die enge Zusammenarbeit mit den Betrieben der Region als gesellschaftliche Aufgabe, die immer wichtiger wird in der Zukunft,“ sagte sie in ihren einführenden Worten. Dies gelinge deswegen besonders gut, da die Realschule bestens vernetzt sei mit ihren Partnern, den Betrieben und Bildungseinrichtungen der Region.

Unter der Leitung von Andreas Kunz umrahmte die Schulband die Redebeiträge musikalisch und zeigte zum Beispiel ihr Können mit dem Song „Seven Nation Army“ von den Whitestripes. Oberbürgermeister Klaus Muttach hatte die Lacher auf seiner Seite, als er im Anschluss an das Lied „Mad World“ seine Ansprache mit den Worten begann: „ Das passt, sie spielen Mad World und dann komme ich…“ Muttach freute sich über die Initiative der Schule, da es nun zum zweiten Mal in Folge gelungen sei, eine solche Messe mit einem vielfältigen Angebot zu präsentieren. Er wünsche sich, dass es künftig noch viele solche Messen geben wird. Auch der geschäftsführende Rektor aller beruflichen Schulen Acherns, Jörg Krauß, schloss sich in seinem Grußwort den Ausführungen des Oberbürgermeisters an. Er betonte insbesondere die gute Zusammenarbeit mit unserer Realschule. Eine große Schülerzahl würde nach ihrem Realschulabschluss ihren Weg an den Beruflichen Schulen fortsetzen.

Die Elternbeiratsvorsitzende Jutta Luem-Eigenmann lobte das Engagement in Sachen Berufsorientierung an der Robert-Schuman-Realschule, vor allem durch den Lehrer Rüdiger Kempf und das Vorbereitungsteam der Messe.

An der Bildungsmesse „Work for Real“beteiligten sich Aussteller aus den Bereichen Gesundheitswesen, Industrie, Handwerk, Verwaltung, Ba-Studium, weiterführende Schulen, sowie Bundeswehr, Polizei und die Bundesagentur für Arbeit.

Am Freitag war die Messe dann von morgens bis 14 Uhr für die Schüler der Realschule, die Eltern und die interessierte Öffentlichkeit geöffnet. Es herrschte reger Betrieb an den Ständen, Azubis und Ausbildungsleiter der Betriebe standen Rede und Antwort, führten Gespräche, gaben Interviews und boten kleine Mitmach-Aktionen an. Die Schüler hatten von ihren Lehrern konkrete Aufgaben erhalten, die sie auf dem Rundgang durch die Infostände zu erkunden hatten. „Ich war mir vorher sicher, welchen Beruf ich lernen will, heute habe ich aber noch eine gute Alternative gefunden“, sagte eine Schülerin nach dem Rundgang. Sie habe hier den Beruf der Verwaltungsfachangestellten kennengelernt und überlege jetzt, ob das das Richtige für sie sein könnte.

An beiden Tagen war die Klasse 8c zusammen mit ihrer Lehrerin Barbara Jung für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich. Sie lösten diese Aufgabe bravourös. Von Seiten der Aussteller war viel Lob für die zwei Tage zu hören, auch für den „schönen Rahmen“. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön für jedes persönliche Engagement, das zum Gelingen einer solchen Veranstaltung beigetragen hat.

 

Nebel im August

Kategorie: Veranstaltung

So lautet der Titel des Buches, welches an das kurze Leben eines Jungen mit dem Namen Ernst Lossa erinnert. Der Autor Robert Domes war diese Woche an unserer Schule für eine Lesung, die Herr Twardon für die zehnten Klassen organisiert hat. Vier Jahre Recherchearbeit stecken in diesem Buch, das jetzt auch als Film anläuft.

Robert Domes lebt als Künstler und freier Journalist in einer Kleinstadt im Allgäu bei Kaufbeuren. Zur Zeit ist er mit seinem Buch auf Lesereise, die von der Konrad -Adenauer- Stiftung begleitet wird. Aus diesem Grund ist auch Thomas Wolf mit dabei, der die Schul-und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung in Händen hat. Er stellt ein Zitat an den Schluss seiner Begrüßungsworte, das zum Nachdenken anregen soll: „Eine Gesellschaft soll man danach beurteilen, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht.“

Robert Domes zeichnet vor seiner eigentlichen Lesung die geschichtlichen Überlieferungen der Lebensstationen von Ernst Lossa nach. Am 1. November 1929 geboren war er das erste von vier Kindern jenischer Eltern. Jenische wurden als Zigeuner angesehen. Es waren bettelarme Leute, die mit ihrem Fuhrwerk übers Land zogen als Händler, Artisten oder Handwerker. In der Nazi-Zeit waren diese Menschen von Anfang an im Fokus, sie wurden verfolgt, wie Aussätzige behandelt und man nahm ihnen die Kinder weg. Ernst ist gerade mal vier Jahre alt, als er von den Eltern weg in ein Kinderheim gebracht wird. An die Geschichte Ernst Lossas kam der Autor durch einen Bekannten, der ihm die Krankenakte des „Patienten“ Lossa zu lesen gab mit der Hoffnung, dass daraus ein Buch entstehen könnte. Robert Domes hatte nur einen Gedanken dazu:  „Diese Geschichte ist so grausam, so bedrückend, damit wollte ich mich gar nicht beschäftigen.“ Warum er es dann doch getan hat, sagt er weiter, sei zum einen das Bild gewesen, die Augen des Jungen, die nicht mehr aus seinem Kopf gingen. Zum anderen die Frage nach dem Warum: Warum musste Ernst Lossa im Alter von knapp fünfzehn Jahren sterben? Die Antwort ist so banal wie schrecklich: Er passte nicht ins System der Nazi-Zeit, als Kind jenischer Eltern war er „unwert“, unnütz“, „unerziehbar“. Aufgrund der Diagnose einer Gutachterin wird er als „asozialer Psychopath“ eingestuft, deshalb kommt er in die Irrenanstalt Irsee bei Kaufbeuren, obwohl er weder behindert noch geisteskrank ist. Am 9. August 1944 fällt er dem Euthanasieprogramm zum Opfer. Er wird mit zwei Morphium Spritzen ermordet. Die Tötungslisten wurden „abgearbeitet, so die Worte von Robert Domes, der Grund für die Tötung des Jungen war beliebig. Genau diese Tatsache war auch die Motivation für den Autor, dieses Buch zu schreiben. Der Fall Ernst Lossa „steht exemplarisch für die Verlogenheit der Mörder, für den perversen Rassen-und Auslese- Wahn im Hitler Staat. Er zeigt, für diesen Mord – und ebenso für die vielen tausend anderen – gibt es nur eine Erklärung: Willkür.“

Wenn Robert Domes liest, spürt man sein tiefes Mitgefühl für seine Romanfigur, mal leidenschaftlich, mal leise, mal laut. Die aufmerksamen Schüler und Schülerinnen gehen emotional mit, es ist still im Publikum bis zum letzten Satz des Schriftstellers. Danach war auch noch Zeit für Fragen an den Autor. Die Schüler interessierte vor allem, was aus der Familie Lossa geworden ist. Nur Anna und Amalie, seine Schwestern, haben den Krieg überlebt und führten später ein gut bürgerliches Leben. Amalie lebt heute 86-jährig bei Stuttgart.

Das Buch „Nebel im August“ steht für das Leid und die Qualen der vielen Opfer eines gnadenlosen Regimes. Ernst Lossa gibt ihnen ein Gesicht und Robert Domes hat ihnen mit seiner Romanbiografie eine Stimme gegeben, eine Lebensgeschichte gegen das Vergessen.