Aussteiger berichtet an der Robert-Schuman-Realschule von seinem Weg aus der Neonaziszene
- fwolfschule
- 29. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Einen eindringlichen Einblick in die Mechanismen extremistischer Ideologien erhielten die zehnten Klassen der Robert-Schuman-Realschule am vergangenen Mittwoch. Zu Gast war der Aussteiger Manuel Bauer, der offen über seine frühere Zugehörigkeit zu der Neonaziszene und seinen schwierigen Weg zurück in ein demokratisches Leben sprach.
Im Musiksaal der Schule schilderte Bauer eindrucksvoll, wie er als Jugendlicher schrittweise in rechtsextreme Kreise geriet. Er berichtete von Anwerbestrategien, Gruppendruck und der scheinbaren Gemeinschaft, die viele junge Menschen anspreche. „Radikalisierung passiert nicht über Nacht“, betonte Bauer. Vielmehr beginne sie oft mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen und dem Gefühl, dazuzugehören.
Besonders bewegend waren seine Schilderungen der persönlichen Konsequenzen: der Abbruch von Freundschaften, Konflikte und Gewalt in der Familie und die zunehmende Verrohung des eigenen Denkens. Der Ausstieg sei ein langer Prozess gewesen, der Mut, Unterstützung und die Bereitschaft zur Selbstkritik erfordert habe. Heute engagiert sich Bauer in der Präventionsarbeit und besucht Schulen, um Jugendlichefrühzeitig für die Gefahren extremistischer Ideologien zu sensibilisieren.
Die Schülerinnen und Schüler verfolgten dem Vortrag aufmerksam und zeigten sich sehr betroffen von den geschilderten Erfahrungen. Lehrkräfte hoben hervor, wie wichtig authentische Berichte wie dieser seien, um Demokratiebildung greifbar zu machen.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Demokratiebildung statt und wurde von der Schulleitung ausdrücklich begrüßt. Der Besuch von Manuel Bauer hat einen nachhaltigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Stärkung demokratischer Werte geleistet.








Kommentare